Zum Menschenbild im Islam

I. Zum Verhältnis von biblischem und koranischem Menschenbild

 

1. „Adam“, der Repräsentant der Menschheit, wird am Anfang in der Bibel vorgestellt als eine Art Doppelwesen. Er enthält zunächst in sich Mann und Frau ungeteilt. Gen 2, 21 spricht davon, daß Gott diesem Adam eine „Rippe“ herausoperiert habe, um daraus die Frau zu formen. Sie ist also eigentlich gar kein Lehmgebilde wie Adam – oder nur indirekt, weil sie aus der „Rippe“ Adams stammt. Die Frau ist gleichsam ein „Ableger“ des Mannes – was in einer patriarchalischen Gesellschaft ganz natürlich erscheint. Der durch die Entfernung der Rippe ausgehöhlte und mit Fleisch wieder verschlossene Körper „Adams“, das also ist der Mann. Mit dieser Darstellung soll offensichtlich gezeigt werden, daß beide, Mann und Frau, als Geschlechtswesen zueinander gehören und eine ursprüngliche Einheit bilden. Allerdings ist zu beachten, daß wir zwei Schöpfungsberichte in der Bibel haben, die beide den Menschen und seine Erschaffung aus sehr unterschiedlichen Perspektiven betrachten (der erste mehr naturwissenschaftlich und der zweite mehr soziologisch).

2. Nach dem zweiten Bericht, der eigentlichen Paradieseserzählung, führt die „erfolgreiche“ Versuchung des ersten Menschenpaares durch die Schlange direkt zur Vertreibung aus dem Paradies. Davon ist in dieser Form im Koran nicht die Rede 1. Ebensowenig weiß der Koran 2 etwas von einer „Erbsünde“, die seitdem von Geschlecht zu Geschlecht durch die Sexualität „vererbt“ wird, wie dies besonders Augustinus gelehrt hat. Im Christentum ist mit dieser Ursünde des Menschen, dem Abfall von Gott, die Vorstellung verbunden, daß sich die Menschen nun, d.h. Mann und Frau, gemeinsam auf den Weg machen müssen, um in dieser Welt, in der es nicht mehr paradiesisch zugeht, das Ziel ihrer Bestimmung zu erreichen, wobei dieses Ziel nicht nur innerweltliches Lebensglück, sondern ewiges Heil umfassen soll. Diese Vorstellung wird auf eine sehr eigentümliche Weise durch Paulus in 1. Kor 15, 45 sowie in Röm 5 aufgegriffen, wo dem ersten Adam mit Christus ein zweiter Adam (V. 14) gegenübergestellt wird, durch den Gottes Gerechtigkeit in uns Menschen wiederhergestellt wird, so daß die über uns gekommene Sünde des ersten Adam nunmehr getilgt ist (V. 18f.). Allerdings können wir das Neue Leben in Christus, das uns in der Taufe erschlossen ist, im Laufe unseres Lebens auch wieder verlieren, denn die Taufgnade der Wiedergeburt durch Wasser und Geist (Joh 3) kann nur im Glauben festgehalten werden.

3. Im Judentum und Islam ist der Mensch selbstverantwortlich für sein Schicksal (-→ Gericht) durch die Art und Weise wie er in seinem Leben an bzw. gegenüber Menschen handelt, wobei das Verhalten des Menschen gegenüber der Natur für sein Schicksal offenbar keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Im Christentum liegen die Dinge etwas anders.

Vor Gott gerecht wird der Mensch nach kath. Lehre nur, wenn er so handelt, wie es die Gebote Gottes (das Neue Gesetz der Bergpredigt) von ihm verlangen, die er aber nur im Glauben an Christus (und die Kirche) lernen wird, richtig zu erfüllen, wobei er zur Vergebung seiner alltäglichen Tatsünden der persönlichen Reue (Buße) und der Vergebungsbereitschaft der Kirche bedarf. Bei allen Unterschieden zum Islam ist doch erkennbar, daß diese Lehre tendenziell mit dem alttestamentlich-jüdischen und koranisch-islamischen Blickwinkel übereinstimmt, wonach es hier ebenfalls auf die Einhaltung der Gebote ankommt, um das eigene Seelenheil in dieser und in der kommenden Welt nicht zu gefährden. – Nach evangelischer (insbes. lutherischer) Lehre wird der Mensch vor Gott nur durch den Glauben gerecht, nicht durch seine Werke, mögen sie noch so wertvoll sein. Gottes uns in Christus geschenkte Liebe nimmt uns persönlich immer wieder neu in seine Gemeinschaft mit ihm auf, wenn wir uns demütig und vertrauensvoll Christus in die Arme werfen – selbst wenn die Kirche uns nicht annimmt, sondern sogar exkommuniziert. Aber selbstverständlich gibt es auch hier die Notwendigkeit, die dem Glauben innewohnenden oder entsprechenden Verhaltensmaßstäbe im Alltag und insbesondere in Grenzsituationen zu praktizieren, auch wenn diese im eigenen Leben heute wegen der völlig anderen Lebenssituationen gegenüber der Zeit der Entstehung der Bibel bzw. des Alten und Neuen Testaments aus ihr nicht leicht abzuleiten und anzugeben sind. Als Generalnenner für das richtige Verhalten gilt bei Paulus mit Röm 13 die Liebe als des Gesetzes Erfüllung, die Liebe, nicht die Freiheit des einzelnen. – Daß auch hier die Natur etwas stiefmütterlich behandelt wurde und aus heutiger Sicht nicht in angemessener Weise in das kollektive Leben der Menschen einbezogen ist, liegt daran, daß dem Menschen in der Bibel ihr gegenüber ein Herrschaftsrecht übertragen wurde, das allerdings nicht als Zerstörungsmacht verstanden wird, sondern mit Hegen und Pflegen einhergehen soll und sich aus dem Namensgeberrecht ableitet.

 

 

II. Grundlegende Aussagen des Koran über den Menschen (Stichwort „Adam“)

 

1. Daß er von Gott aus einem Lehmkloß geschaffen wurde (Q 7,12; vgl. 3, 59; 55,14), und sogar in schönster Gestalt (Q 95, 4).

2. Daß Gott Adam eine klare Rede (Q 55, 3) und alle Namen lehrte (Q 2, 31).

3. Daß Gott ihm Atem, genauer gesagt: seinen Geist einhauchte: Q 15, 28-29.

4. Gott gab ihm gewisse Fähigkeiten, um seine Welt und sein eigenes Leben nach den besten Grundsätzen gestalten zu können: Q 33, 72: Vernunft, Rationalität, Willenskraft, die Fähigkeit zwischen gut und böse zu unterscheiden und die richtige Wahl zu treffen; außerdem kann er dem Bösen aus eigener Kraft widerstehen, wenn er sich zu Gott hält (Q 7, 200). – Wäre übrigens dann nicht auch der (atheistische) Unglaube als Ergebnis dieser (Wahl-) Freiheit anzusehen? Und daß der Mensch damit automatisch sein Leben verfehlt, ist das logisch korrekt? Warum hat Gott uns überhaupt die Freiheit gegeben, selber zu entscheiden, wie wir leben wollen? Und warum sollten die Taten eines „Gottlosen“ automatisch schlecht sein, wenn er sich an sittliche Maßstäbe hält? Läßt sich das mit Gottes Gerechtigkeit vereinbaren?

5. Gott gibt dem Menschen die Aufgabe, ihn als „Statthalter“ (chalifa → Kalif) auf dieser Erde zu vertreten, aber vielleicht sind auch nur die Propheten gemeint: denn Q 38, 26 ist auf David bezogen. Dabei muß die Schlußfolgerung vermieden werden, daß der Mensch auf Erden ohne Gottes Beistand handeln müsse; oder daß Gott nicht mehr in dieser Welt anwesend sei. Eine Interpretation dieser Koran-Stelle meint, man müsse das chalifa-sein Adams so verstehen, daß Adam, der Mensch, nur bei richtigem, Gott angemessenem, Handeln Gott gefallen und sich nur unter dieser Bedingung in engster Nähe zu ihm bewegen könne (vgl. Q 5,8) 3. Allerdings müsse dabei die Verschiedenheit 4 Adams von Gott vorausgesetzt werden.

6. Eine Gottebenbildlichkeit des Menschen im Sinne der Bibel als Grundlage seiner einmaligen Würde kennt der Islam nicht, obwohl der Mensch dort sogar als höherstehend 5 als die Engel angesehen wird (vgl. dazu Ps 8). 


 

7. Es gibt leider auch vieles am Menschen auszusetzen, obwohl er nicht, wie es in der Bibel zu sein scheint, von Geburt an Sünder 6 ist. Zum Beispiel ist er „schwach“ (Sure 4,28) und „unbeständig“ (Sure 30,36). Und er kann als „mutlos“ (70, 19f.), „ungeduldig“ (17,11), „unwissend“ (33,72), sogar als „undankbar“ (31,12) beschrieben werden.

8. Deswegen braucht der Mensch ja auch Rechtleitung (Anweisung zum rechten Handeln, vgl. Q 2, 97) und muß er erzogen werden, um sich disziplinieren zu können. Das ist ja auch der tiefere Sinn des Islam: den Menschen zum „Muslim“ zu machen, der sich demütig und gehorsam Gott unterwirft.

Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es im Islam nicht unbedingt der vorherigen Versöhnung mit Gott und damit der Erlösung von allem Bösen, wie dies im Christentum und (wenn man an den Versöhnungstag denkt) im Judentum der Fall ist, – obwohl der Ramadan sicher eine ähnliche Funktion hat, nämlich grundsätzliche Läuterung und Reinigung des eigenen Lebens zu bewirken, um die Nähe zu Gott wiederherzustellen.

9. Wie der Mensch seine Beziehung zum Mitmenschen und zu Gott gestalten soll, erfahren wir in folgenden Suren: Q 2, 195; 3, 31.76. 146. 159; 5, 42.

10. Letztlich dreht sich auch im Islam (wie im Judentum und Christentum) alles um die Gerechtigkeit, die der Mensch vor Gott besitzt, nur mit dem Unterschied, daß der Mensch nach christlichem Glauben aufgrund seiner eigenen Taten und Werke keine ausreichende Gerechtigkeit vor Gott und im bevorstehenden Gericht 7 erlangen kann, sondern dafür auf Christus angewiesen ist 8, auf den Glauben an ihn. („Er ist für uns – stellvertretend – zum Sünder gemacht worden und hat am Kreuz – an unserer Stelle – für unsere Sünde gebüßt.“)

 

11. Dagegen ist der Mensch im Judentum (welches das Halten der Thora mit all ihren Geboten vorschreibt) und im Islam dafür zumindest im Prinzip ganz allein von seinen Taten abhängig, damit Gott ihn im Gericht gerecht sprechen kann (Q 2, 282; 39, 69f.; 101, 2-11). Denn jeder ist selbst für sich verantwortlich (Q 6, 164; 60, 3; 4, 111; 23,57-66). Trotzdem kann der Mensch auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen, allerdings ohne daß geklärt ist, in welchem Verhältnis diese zu den Taten des Menschen steht (Q 5, 98; 40,3; 57,20). Löscht 9 Gott das Böse einfach aus? Sind böse Gedanken belanglos? Zählen nur die Taten? Und bedürfen (böse) Taten der Vergebung durch Gott? Erfahren wir nach islamischem Verständnis schon in diesem Leben, ob wir richtig oder falsch gehandelt haben, oder erst im Gericht, wenn wir nach unseren Taten beurteilt bzw. abgeurteilt werden? (Vgl. 39,3; 5,48; 6,165.) Kann der Mensch rückwirkend etwas wieder gut machen, wenn er in der Vergangenheit böse gehandelt hat? (Das Institut der Beichte kennt der Islam ja nicht, ebenso wenig wie das Judentum.) Immerhin zählt bei Gott das Gute doppelt, während das Böse von ihm nur einfach gezählt wird, dh. das Gute fällt stärker ins Gewicht als das Böse. (Q 10, 26f.). Jedenfalls läßt Gott keine Ungerechtigkeit zu (Q 40, 16f. vgl. dazu auch Q 10, 44; 43, 76). Er verkehrt nicht Böses in Gutes und belohnt niemanden, wenn er es nicht verdient hat. Er belohnt also, wie wir es verdient haben, und bestraft, wie es angebracht ist. Aber es mag Situationen geben, in denen Gott nach eigenem Ermessen einen Ausgleich 10 z. B. bei Streitigkeiten herbeiführt. Dies kann aber nur so geschehen, daß das Handeln Gottes im Ergebnis nicht als pure Ungerechtigkeit aufgefaßt werden muß. (Von der Liebe Gottes zum Menschen als der Quelle seines Handelns ist in diesen Zusammenhängen nirgends die Rede.) Wenn das Opfer unseres bösen Tuns keine Vergebung gewährt, kann auch Gott dem Täter 11 seine Tat nicht vergeben.

Trotz aller Gottesnähe der Muslime, wenn sie denn „rechtgeleitet“ handeln, haben sie keine Vergünstigung bei Gott, wenn es um das letzte Gericht geht: Q 4, 123f. Vgl. dazu auch Q 2,111-113. 124.

12. Die höchste Stufe der Gottesnähe ist die eines „Gottesdieners“. Wenn sie im Prinzip auch von jedem Menschen erreicht werden kann, wird sie doch faktisch nur von wenigen erreicht. 12 Normalerweise ist der ein "Diener" Gottes, der sich Gottes Geboten klaglos unterwirft, der also ohne jede Eigeninitiative  (so in der ascharitischen Tradition) so  handelt, wie es von ihm nach islamischem Verständnis gefordert werden kann (ähnlich einem Wort Jesu über den "unnützen" Knecht). In einer modernen, christlich inspirierten Interpretation wird das Dienersein ganz anders verstanden, nämllich in der Liebe zum Nächsten der Liebesintention Gottes zu folgen, wonach Gott seiner Schöpfung mit Liebe und Barmherzigkeit gegenübersteht (Khorchide, 75).

 W. M. für den AK zum 9. 5. 2019


 

Sekundärliteratur:

Christine Schirrmacher, Internet-Art. "Jüngstes Gericht"

Muna Tatari, Gott und Mensch im Spannungsverhältnis von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, 2016, bes. 61-66.

K.-J. Kuschel, Juden Christen Muslime, 2. Auflage 2008 (2007), bes. 125-232.

M. Khorchide, Mit Gott im Dialog -  die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der Islamischen Systematischen Theolgie (Kalam) am Beispiel der Bestimmung des Menschen als Diener Gottes, in: M. Khorchide/Kl. v. Stosch (Ed.), Herausforderungen an die Islamische Theologie in Europa, 2012, 66-76.

 

Anmerkungen

 

1 Obwohl vom Paradies bzw. dem Garten Eden nicht direkt die Rede ist, läßt sich erkennen, daß diese Urgeschichte dem Koran bzw. Muhammad durchaus bekannt gewesen sein muß, in welcher Gestalt auch immer. Auf verschiedene Suren verteilt (vgl. Q 20, 116-122) ergibt sich folgendes Bild: Der Mensch, genauer gesagt Mann und Frau (Q 4,1; 7,189) müssen, obwohl der „Garten“ sie mit allen wünschenswerten Ressourcen versorgt hätte, wegen ihrer Auflehnung gegen Gott (Streben nach ewigem Leben und unvergänglicher Herrschaft) durch das Leben irren, wenn Gott sich nicht wieder ihnen zuwenden und helfen würde, mittels Korangabe auf den richtigen Weg zurück zu finden.

2 Das gilt übrigens auch für das Judentum!

3 Man denke dabei an die Forderungen Jesu in der Bergpredigt, insbesondere an die Feindesliebe, als Kriterien der Gerechtigkeit (Mt 5-7).

4 Interessanterweise bedeutet chalafa (→ chalifa) im 8. Stamm des Verbs: „verschieden sein“.

5 Das bedeutet jedoch nicht, wie Kuschel, 135, schreibt: „quasigöttliche Verehrung“!

6 Gleichwohl ist der Mensch nach dem Koran unentwegt den Einflüsterungen des Bösen ausgesetzt (Q 114). Die christliche Interpretation von Gen 3 sieht die sog. „Erbsünde“ als Folge des Griffs nach der verbotenen Frucht. Trotzdem ist sie kein Dogma. Selbst in Ps 51,7 ist nicht eindeutig eine Erbsünde vorausgesetzt?

7 Wobei der Mensch christlicherseits durch den Glauben bereits gerichtet ist bzw. das göttliche Gericht vorwegnehmend bestanden hat.

8 Darum wären Gleichnisse wie Mt 20 (die Arbeiter im Weinberg) oder Luk 15, 11ff. (der verlorene Sohn oder handelt es sich gar um zwei verlorene Söhne?) für den Islam keine Modelle für göttliche Gerechtigkeit.

9  Vgl. dazu Q 13, 39

10 Gott wird gelegentlich auch als Streitschlichter (und Friedensbringer?) dargestellt: Q 2, 213; 34, 26.

11 Kommt es also am Tag des Jüngsten Gerichts zu einer Täter-Opfer-Gegenüberstellung (Q 81, 7-9)?

12 Gelegentlich wird der Muslim als „Diener“ Gottes bezeichnet, der – fast in christlicher Weise – ganz aus der Liebe zum Nächsten lebt. Von „Amtswegen“ sind das lediglich die 12 Imame (bei den Schiiten), aber wir Normalsterblichen können es ihnen gleichtun, wenn wir uns von dem Geist Gottes für unser Handeln ernsthaft inspirieren lassen.

W. M. Für den AK zum 9. 5. 2019

 

 

Grundlegende Aussagen des Koran (Q) über den Menschen (in Auswahl)

 

Q 7:

 

9

 

 

 

 

Wessen Waagschalen aber leicht sein werden, das sind diejenigen, die ihre Seelen verloren haben dafür, daß sie an Unseren Zeichen unrecht zu handeln pflegten.

10

 

 
   

Und Wir haben euch ja auf der Erde eine feste Stellung verliehen, und Wir haben für euch auf ihr (Möglichkeiten für den) Lebensunterhalt geschaffen. Wie wenig ihr dankbar seid!

11

 

 
   

Und Wir haben euch ja erschaffen. Hierauf haben Wir euch gestaltet. Hierauf haben Wir zu den Engeln gesagt: „Werft euch vor ?dam nieder!“ Da warfen sie sich nieder, außer Ibl?s. Er gehörte nicht zu denjenigen, die sich niederwerfen.

12

 

 
   

Er (Allah) sagte: „Was hat dich davon abgehalten, dich niederzuwerfen, als Ich (es) dir befahl?“ Er sagte: „Ich bin besser als er. Du hast mich aus Feuer erschaffen, ihn aber hast Du aus Lehm erschaffen.“

 

 

Q 3:

 

   

 

 

56

 

 
   

Was nun diejenigen angeht, die ungläubig sind, so werde Ich sie im Diesseits und im Jenseits mit strenger Strafe strafen; und sie werden keine Helfer haben.

57

 

 
   

Was aber jene angeht, die glauben und rechtschaffene Werke tun, so wird Er ihnen ihren Lohn in vollem Maß zukommen lassen. Und Allah liebt nicht die Ungerechten.“

58

 

 
   

Dies verlesen Wir dir von den Zeichen und den weisen Sprüchen.

59

 

 
   

Gewiß, das Gleichnis ??s?s ist bei Allah wie das Gleichnis ?dams. Er erschuf ihn aus Erde. Hierauf sagte Er zu ihm: „Sei!“ und da war er.

60

 

 
   

(Das ist) die Wahrheit von deinem Herrn; gehöre daher nicht zu den Zweiflern!

 

 

 

Q 55:

 

14

 

 

Er hat den Menschen aus trockenem Ton wie Töpferware erschaffen.

 

Q 95:

 

4

 

 

 

 

Wir haben den Menschen ja in schönster Gestaltung erschaffen,

5

 

 
   

hierauf haben Wir ihn zu den Niedrigsten der Niedrigen werden lassen,

6

 

 
   

außer denjenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun; für sie wird es einen Lohn geben, der nicht aufhört.

 

 

 

Q 33:

 

70

 

 

 

 

O die ihr glaubt, fürchtet Allah und sagt treffende Worte,

71

 

 
   

so läßt Er eure Werke als gut gelten und vergibt euch eure Sünden. Und wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht, der erzielt ja einen großartigen Erfolg.

72

 

 
   

Wir haben das anvertraute Gut den Himmeln und der Erde und den Bergen angeboten, aber sie weigerten sich, es zu tragen, sie scheuten sich davor. Der Mensch trug es – gewiß, er ist sehr oft ungerecht und sehr oft töricht.

73

 

 
   

(Das ist so,) damit Allah die Heuchler, Männer und Frauen, und die Götzendiener, Männer und Frauen, straft und sich den Gläubigen, Männern und Frauen, Reue annehmend zuwendet. Allah ist allvergebend und barmherzig.

 

Q 7:

 

200

 

 

 

 

Und wenn dich vom Satan eine Eingebung aufstachelt, dann suche Schutz bei Allah, denn Er ist ja Allhörend und Allwissend.

201

 

 
   

Diejenigen, die gottesfürchtig sind, – wenn ihnen eine Anwandlung vom Satan widerfährt, bedenken sie, und da werden sie sogleich einsichtig.

202

 

 
   

Aber ihre Brüder lassen sie in ihrer Verirrung gewähren, und dann lassen sie (daran) nicht nach.

203

 

 
   

Und wenn du ihnen kein Zeichen bringst, sagen sie: „Hättest du es dir doch (selbst) ausgesucht!“ Sag: Ich folge nur dem, was mir von meinem Herrn (als Offenbarung) eingegeben wird. Dies sind einsichtbringende Zeichen von eurem Herrn und Rechtleitung und Barmherzigkeit für Leute, die glauben.

204

 

 
   

Und wenn der Qur??n vorgetragen wird, dann hört ihm zu und horcht hin, auf daß ihr Erbarmen finden möget!

 

Q 38:

 

26

 

 

 

 
   

O D?w?d, Wir haben dich zu einem Statthalter auf der Erde gemacht. So richte zwischen den Menschen der Wahrheit entsprechend und folge nicht der Neigung, auf daß sie dich nicht von Allahs Weg abirren läßt, denn für diejenigen, die von Allahs Weg abirren, wird es strenge Strafe dafür geben, daß sie den Tag der Abrechnung vergessen haben.

 

 

 

 

 

Q 4:

 

28

 

 

Allah will es euch leicht machen, denn der Mensch ist (ja) schwach erschaffen.

 

31

 

 

 

 

Wenn ihr die schwerwiegenden (Dinge) meidet, die euch verboten sind, tilgen Wir euch eure bösen Taten und gewähren euch auf eine ehrenvolle Weise Eingang (in den Paradiesgarten).

 

 

Q 30:

 

36

 

 

Und wenn Wir die Menschen Barmherzigkeit kosten lassen, sind sie froh darüber. Wenn sie aber etwas Böses trifft für das, was ihre Hände vorausgeschickt haben, verlieren sie sogleich die Hoffnung.

 

Q 70:

 

19

 

 

 

 

Gewiß, der Mensch ist als kleinmütig erschaffen.

20

 

 
   

Wenn ihm Schlechtes widerfährt, ist er sehr mutlos;

21

 

 
   

und wenn ihm Gutes widerfährt, (ist er) ein stetiger Verweigerer,

22

 

 
   

außer den Betenden,...

 

Q 17:

 

9

 

 

 

 

Gewiß, dieser Qur??n leitet zu dem, was richtiger ist, und verkündet den Gläubigen, die rechtschaffene Werke tun, daß es für sie großen Lohn geben wird

10

 

 
   

und daß Wir denjenigen, die an das Jenseits nicht glauben, schmerzhafte Strafe bereitet haben.

11

 

 
   

Der Mensch ruft (zu Allah) um das Schlechte, wie er um das Gute ruft; der Mensch ist ja stets voreilig.

12

 

 
   

Und Wir haben die Nacht und den Tag zu zwei Zeichen gemacht. Dann haben Wir das Zeichen der Nacht ausgelöscht und das Zeichen des Tages hell gemacht, damit ihr nach Huld von eurem Herrn trachtet und damit ihr die Zahl der Jahre und die (Zeit)rechnung wißt. Und alles haben Wir ganz ausführlich dargelegt.

13

 

 
   

Jedem Menschen haben Wir sein Vorzeichen an seinem Hals befestigt. Und am Tag der Auferstehung bringen Wir ihm ein Buch heraus, das er aufgeschlagen vorfinden wird:

14

 

 
   

„Lies dein Buch! Du selbst genügst heute als Abrechner über dich.“

15

 

 
   

Wer der Rechtleitung folgt, der ist nur zu seinem eigenen Vorteil rechtgeleitet. Und wer irregeht, der geht nur zu seinem Nachteil irre. Und keine lasttragende (Seele) nimmt die Last einer anderen auf sich. Wir strafen nicht eher, bis Wir einen Gesandten geschickt haben.

 

 

Q 31:

 

 

 

 

 

 

12 Und Wir gaben ja Luqm?n Weisheit: „Sei Allah dankbar.“ Und wer dankbar ist, der ist nur zu seinem eigenen Vorteil dankbar. Und wer undankbar ist, – so ist Allah Unbedürftig und Lobenswürdig.
13 Und (gedenke,) als Luqm?n zu seinem Sohn sagte, indem er ihn ermahnte: „O mein lieber Sohn, geselle Allah nicht(s) bei, denn Götzendienst ist fürwahr ein gewaltiges Unrecht.“

 

Q2:

 

 

 

   

97 Sag: Wer (auch immer) ?ibr?l feind ist, so hat er ihn doch (den Qur??n) mit Allahs Erlaubnis in dein Herz offenbart, das zu bestätigen, was vor ihm (offenbart) war, und als Rechtleitung und frohe Botschaft für die Gläubigen.
98 Wer Allah und Seinen Engeln und Seinen Gesandten und ?ibr?l und M?k?l feind ist, so ist Allah den Ungläubigen feind.

 

195 Und geht auf Allahs Weg aus und stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Verderben. Und tut Gutes. Allah liebt die Gutes Tuenden.

 

Q 3:

 

31 Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist allvergebend und barmherzig.

76 Aber nein! Wer seinen Bund hält und gottesfürchtig ist, – gewiß, Allah liebt die Gottesfürchtigen.
77 Diejenigen, die ihren Bund mit Allah und ihre Eide für einen geringen Preis verkaufen, haben am Jenseits keinen Anteil. Und Allah wird am Tag der Auferstehung weder zu ihnen sprechen noch sie anschauen noch sie läutern. Für sie wird es schmerzhafte Strafe geben.
146 Und mit wie vielen Propheten zusammen kämpften zahlreiche Bekenner des Herrn! Doch sie gaben nicht auf ob dessen, was sie auf Allahs Weg traf, noch wurden sie schwach, noch unterwarfen sie sich. Und Allah liebt die Standhaften.
147 Ihre Worte waren nichts anderes, als daß sie sagten: „Unser Herr, vergib uns unsere Sünden und die Maßlosigkeit in unserer Angelegenheit, festige unsere Füße und hilf uns gegen das ungläubige Volk!“
148 Da gab Allah ihnen die Belohnung des Diesseits und die schöne Belohnung des Jenseits. Und Allah liebt die Gutes Tuenden.

 

 


Q5:

157 Und wenn ihr auf Allahs Weg getötet werdet oder sterbt, so sind Vergebung von Allah und Erbarmen fürwahr besser als (all) das, was sie zusammentragen.
158 Und wenn ihr sterbt oder getötet werdet, so werdet ihr fürwahr zu Allah versammelt werden.
159 Durch Erbarmen von Allah bist du mild zu ihnen gewesen; wärst du aber schroff und hartherzig, so würden sie wahrlich rings um dich auseinandergelaufen sein. So verzeihe ihnen, bitte für sie um Vergebung und ziehe sie in den Angelegenheiten zu Rate. Und wenn du dich entschlossen hast, dann verlasse dich auf Allah! Gewiß, Allah liebt die sich (auf Ihn) Verlassenden.

 

 

 

42 (sie), die auf Lügen horchen, und die darauf aus sind, unrechtmäßig Erworbenes zu verschlingen. Wenn sie zu dir kommen, so richte zwischen ihnen oder wende dich von ihnen ab! Wenn du dich von ihnen abwendest, werden sie dir keinen Schaden zufügen, wenn du aber richtest, dann richte zwischen ihnen in Gerechtigkeit. Gewiß, Allah liebt die Gerechten.

   

 

 

Fragen und Überlegungen für das Gespräch in der heutigen Sitzung

 

1. Wie stehen wir zu diesen Aussagen im Koran? (vgl. die zitierten Koranstellen)

 

2. Der Koran hat nicht die Vorstellung, daß der Mensch von der Macht des Bösen befreit werden müsse, bevor er fähig wird, das Gute zu tun und damit die Gebote Gottes zu erfüllen.

 

3. Entscheidend ist nach dem Koran nicht der Glaube (wie ihn besonders Luther betont hat), sondern das Wissen über das rechte Tun.

 

4. Das verdankt der Mensch (nach dem Islam) einzig und allein dem Koran, der unzweideutig beschreibt, wie er sein Verhalten in die Spur Gottes zurücklenken kann, wenn er sich auf Abwegen befindet. Man könnte daher den Koran (nach dem Selbstverständnis der Muslime) als den letzten und entscheidenden Appell Gottes an den Menschen verstehen, die notwendigen Schritte zur Erlangung seines Seelenheils zu ergreifen.

 

Mögliche Kritik:

 

1. Ist das nicht ein etwas eindimensionales Bild vom Menschen, wonach er nur mit der richtigen Erkenntnis gefüttert werden muß, um die richtigen Schlußfolgerungen für sein Leben zu ziehen?

 

2. Funktioniert der Übergang von richtiger Erkenntnis zum richtigen Handeln im realen Leben tatsächlich so einfach? Haben wir nicht meistens sehr große Schwierigkeiten, unsere Fehler, Mißstände oder Süchte zu erkennen und zuzugeben, geschweige denn abzustellen?

 

3. Nach der Regel Jesu (vgl. sein Gleichnis vom Splitter im Auge des Anderen und vom Balken im eigenen Auge in Matth. 7, 4f.) erkennen wir diese „Sünden“ am ehesten bei anderen Menschen, aber am wenigsten im eigenen Leben.

 

4. Wir sollen und können im eigenen Leben immer etwas ändern und verbessern, aber wie? Wir ändern unser Leben doch nicht auf Befehl oder durch die Drohung mit Gewalt (und sei es die der Hölle)! Vielmehr braucht der Entschluß dazu in der Regel immer eine gewisse Reifezeit (Leidensdruck).

 

5. Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, seinem Leben eine Wende zu geben? Muß dazu das eigene Lebens-Auto erst in den Graben gefahren sein? Woher bekommen wir die Kraft dazu, längst fällige Entscheidungen (inbezug auf meine/unsere Schwächen) zu treffen und umzusetzen? Die entscheidende Voraussetzung dafür schenkt nach christlichem Verständnis der Glaube, nicht das Wissen allein, daß etwas geschehen muß. Der Glaube lebt aus der Gemeinschaft mit Gott, wie wir ihm konkret in Jesus Christus begegnen, und er gibt den Anstoß und die Kraft, das Leben zu erneuern, in welcher Situation wir uns auch immer befinden mögen.

 

W. M. Für den AK am 20. 6. 2019